Bundesarbeitsgericht gibt Betriebsrentnern recht

Aktueller Stand: 28. März 2026

KeineSorge.ORG ist die Stimme der Betriebsrentner der ehemaligen Volksfürsorge. Die Initiative klärt auf, dokumentiert Unrecht und unterstützt Betroffene dabei, ihre Ansprüche auf Betriebsrente wirksam geltend zu machen. Erstrittene Nachzahlungen in Millionenhöhe und Erfolge vor Gericht belegen die Wirkung dieses Engagements.

Ein passender ALT-Text für das Bild zu den Nullrunden lautet:

Infografik zu den sogenannten **„Nullrunden“ der Generali in den Jahren 2015 und 2016**. Die Darstellung veranschaulicht die drastische **Kappung des Teuerungsausgleichs bei den Betriebsrenten**: Statt der vertraglich geschuldeten Rentensteigerungen von **2,1 % für 2015** und **4,25 % für 2016** gewährte die Generali **in beiden Jahren lediglich 0,5 %**. Zudem wird hervorgehoben, dass durch diese Maßnahme rund **5.000 betroffenen Betriebsrentnern jährlich über 8 Millionen Euro vorenthalten** wurden, was letztendlich als Auslöser für die Klagewelle diente, die **2018 in den Grundsatzurteilen des Bundesarbeitsgerichts (BAG) mündete**.

Mein Name ist Klaus Brandt (Name geändert) und ich war 23 Jahre lang, von 1971 bis 1994, in der Hauptverwaltung der Volksfürsorge tätig. Nach meinem Ausscheiden bezog ich eine Betriebsrente aus der sogenannten Gesamtversorgung, die laut Versorgungsordnung an die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt war.

Jahrelang lief alles reibungslos, bis der Generali-Konzern nach der Übernahme plötzlich entschied, meine Pensionsergänzung für die Jahre 2015 und 2016 nur noch pauschal um 0,5 Prozent zu erhöhen. Die gesetzliche Rente stieg in dieser Zeit jedoch um über 2 beziehungsweise 4 Prozent. Als über 70-Jähriger, der auf jeden Euro angewiesen war, spürte ich diesen schleichenden Verlust deutlich.

Mit Unterstützung der Initiative KeineSorge.org und des Fachanwalts Christoph Welscher von der Arbeitsrechtskanzlei Cremon reichte ich 2016 Klage ein. Ich wollte nicht stillschweigend hunderte Euro monatlich verlieren. Nach Siegen vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Hamburg ging der Konzern in Revision. Am 25. September 2018 fällte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (Az. 3 AZR 333/17) schließlich ein historisches Grundsatzurteil zu meinen Gunsten.

Das Gericht stellte klar, dass die selektive Rentenkürzung unrechtmäßig war. Ich erhielt meine Rentennachzahlungen sowie eine dauerhaft höhere Betriebsrente, und mein Fall wurde zur führenden Entscheidung für tausende Kollegen. Rückblickend war es durch die Gerichtstermine und Unsicherheiten kein leichter Weg, aber mein Fazit lautet heute: Es lohnt sich, für sein Recht zu kämpfen.

Volksfürsorge Betriebsrente

Strukturierte Hilfe zur Selbsthilfe

Um Ihre heutigen Ansprüche zu verstehen, müssen Sie wissen, welches Versorgungswerk für Sie gilt – denn BVW 1961 und VO85 folgen völlig unterschiedlichen Regeln.

Die Generali hat Ihre Rente möglicherweise rechtswidrig gekürzt – und das Bundesarbeitsgericht hat ihr Recht gegeben. Hier erfahren Sie, was das konkret für Sie bedeutet.

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Im Mai 2023 konnte ich mein Gerichtsverfahren gegen die Generali erfolgreich abschließen. Die eingeklagten Rentenanpassung wurden zuzüglich Zinsen nachentrichtet. Zusätzlich hatte die Generali sämtliche Verfahrenskosten zu tragen. Herzlichen Dank an Klaus Kussmann und die anderen Kollegen für die fachliche und moralische Unterstützung. Quelle: Betriebsrenten: Wie die Senioren um die Erhöhung gebracht werden. ARD Plusminus, 28.11.2018