Volksfürsorge Betriebsrente 2026

Aktueller Stand: 5. März 2026 – Neuer Artikel über die möglichen Rentenkürzungen

Volksfürsorge Betriebsrente

3.483 Euro Rentennachzahlung

Mein Name ist Klaus Brandt (Name geändert) und ich war 23 Jahre lang, von 1971 bis 1994, in der Innendienstverwaltung der Volksfürsorge tätig. Nach meinem Ausscheiden bezog ich eine Betriebsrente aus der sogenannten Gesamtversorgung, die laut Versorgungsordnung an die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt war.

Jahrelang lief alles reibungslos, bis der Generali-Konzern nach der Übernahme plötzlich entschied, meine Pensionsergänzung für die Jahre 2015 und 2016 nur noch pauschal um 0,5 Prozent zu erhöhen. Die gesetzliche Rente stieg in dieser Zeit jedoch um über 2 beziehungsweise 4 Prozent. Als über 70-Jähriger, der auf jeden Euro angewiesen war, spürte ich diesen schleichenden Verlust deutlich.

Mit Unterstützung der Initiative KeineSorge.org und eines Fachanwalts reichte ich 2016 Klage ein. Ich wollte nicht stillschweigend hunderte Euro monatlich verlieren. Nach Siegen vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Hamburg ging der Konzern in Revision. Am 25. September 2018 fällte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (Az. 3 AZR 333/17) schließlich ein historisches Grundsatzurteil zu meinen Gunsten.

Das Gericht stellte klar, dass die selektive Kürzung unrechtmäßig war. Ich erhielt meine Nachzahlungen sowie eine dauerhaft höhere Rente, und mein Fall wurde zur führenden Entscheidung für Tausende Kollegen. Rückblickend war es durch die Gerichtstermine und Unsicherheiten kein leichter Weg, aber mein Fazit lautet heute: Es lohnt sich, für sein Recht zu kämpfen.

Volksfürsorge Betriebsrente

Ratgeber für Betriebsrentner

Dieser Bereich behandelt die Entstehungsgeschichte der Volksfürsorge und die Details ihrer internen Versorgungssysteme.

Dieser Bereich fokussiert sich auf den Rechtsstreit um die Rentenanpassungen zwischen den Betriebsrentnern und der Rechtsnachfolgerin Generali.

Hier geht es um die praktischen Schritte und Rechte der Rentner, um ihre Ansprüche zu sichern.


Dieser Bereich umfasst alle finanziellen Aspekte der Auszahlungsphase sowie die Absicherung von Angehörigen.

Die letzte Säule behandelt die strukturelle Sicherheit der Renten und makroökonomische Veränderungen.


Volksfürsorge Betriebsrente

Wodurch wird meine Betriebsrente geschmälert?

Der Ruhestand rückt näher, doch der Blick auf den Rentenbescheid sorgt oft für Ernüchterung. Warum ist die Auszahlung der Volksfürsorge-Betriebsrente geringer als erhofft? Hier sind die drei größten Faktoren, die Ihre Rente schmälern:

1. Staatliche Abzüge: Steuern und Doppelverbeitragung

Ihre bAV wurde in der Ansparphase steuerlich gefördert. Im Ruhestand dreht sich der Spieß um: Durch die nachgelagerte Besteuerung wird Ihre monatliche Rente voll einkommensteuerpflichtig. Dazu kommt die vieldiskutierte "Doppelverbeitragung". Auf Ihre Betriebsrente fallen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung an. Zwar gibt es für die Krankenversicherung seit 2020 einen Freibetrag, für die Pflegeversicherung gilt jedoch eine harte Freigrenze – ein Cent darüber, und die gesamte Rente wird beitragspflichtig.

2. Systemische Fallstricke: Fiktive Rente und Altersabstand

Die alten Vertragswerke (BVW 1961) basieren auf der "Gesamtversorgung", die ein bestimmtes Ziel-Niveau garantiert. Fehlen Ihnen jedoch Beitragsjahre, rechnet der Arbeitgeber oft eine "fiktive" (theoretisch höhere) gesetzliche Rente hoch und zieht diese ab. Das Resultat: Die vom Arbeitgeber zu zahlende Pensionsergänzung schrumpft massiv. Zudem können "Spätehenklauseln" oder ein großer "Altersabstand" zum Ehepartner dazu führen, dass die Rente für Ihre Hinterbliebenen gekürzt wird.

3. Der Generali-Kürzungs-Trick (0,5 %-Anpassung)

Der gravierendste und gleichzeitig ungerechteste Einschnitt passierte 2015 und 2016. Die Generali als Rechtsnachfolgerin deckelte die nötigen Rentenerhöhungen auf pauschal 0,5 % – anstatt sie wie vorgeschrieben an die gesetzliche Rente (teils über 4 %) anzupassen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat diese Praxis für unwirksam erklärt. Aber Vorsicht: Da der Konzern die Nachzahlungen meist nicht freiwillig leistet, müssen Sie selbst aktiv werden und klagen, bevor nach drei Jahren die Verjährung eintritt.